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Kulturanleitung Kartoffeln

  • Kartoffelknollen leben und atmen. Packen Sie daher die Knollen aus und legen Sie sie in flache Kisten, Obststeigen oder bei kleinen Mengen in Eierkartons. Nicht in Räumen mit reifenden Äpfeln oder Gurken zusammen lagern!
  • Bis zum Vorkeimen dunkel und kühl bei etwa 6º C aufstellen.
  • Zum Vorkeimen die Knollen ab Anfang/Mitte März in einen hellen, aber frostfreien Raum aufstellen. Die Keime, die sich bis dahin im Dunkeln gebildet haben, sind vorher abzudrehen. Die sich neu im Licht bildenden Keime sind kompakt und eignen sich zum Pflanzen. Es kann auch ohne Vorkeimung gepflanzt werden.
  • Pflanzzeit für Kartoffeln ist je nach Region ab Mitte April, wenn sich der Boden etwas erwärmt hat, etwa 10º C. Lieber noch etwas warten, als in kalte, nasse Erde zu pflanzen! Man kann keinen „Pflanztermin“ verpassen, auch im Mai gepflanzte Knollen werden noch reif. Auf Spätfröste achten, das Laub friert bei Frost zurück. Eventuell anhäufeln oder bei Frostgefahr mit Vlies/Folie abdecken. Vorbeugend gegen Krautfäule sollte ein früher Pflanztermin gewählt werden.
  • Boden rigolen (umgraben), unkrautfrei vorbereiten. Keinen frischen organischen Dünger und keinen Kalk zu Kartoffeln geben, das vertragen sie nicht. Nur reifen Kompost einarbeiten, mineralische Düngung genau berechnen, ca. 50g/qm, siehe Tütenaufschriften.
  • Pflanzabstände liegen bei etwa 35 cm in der Reihe und 65 bis 70 cm zwischen den Reihen. Alte Sorten entwickeln meist höheres Laub als moderne Sorten. Damit die Pflanzen nach Tau und Regen gut abtrocknen, diese weiten Abstände wählen. Das beugt ebenfalls der Krautfäule vor. Pflanztiefe ca. 5 cm
    Ende Mai und im Juni nach 2 Wochen die Stauden mit Erde anhäufeln. Die meisten Knollen entwickeln sich nahe der Erdoberfläche im Damm. Danach die Dämme nicht mehr stören. Unkraut vorsichtig von Hand entfernen.
  • Ab Mitte Juli besteht die Gefahr von Krautfäulebefall. Bestand beobachten, Befall der Triebspitzen kann ausgeschnitten werden. Vorbeugend spritzen mit Pflanzenstärkungsmittel und Brühen auf Basis von Schachtelhalm, Brennessel- oder Rhabarbersud. Eventuell Spritzung mit Neudorf Kupferkalk.
  • Ab der Blütezeit des Löwenzahns auf Befall mit Läusen und Kartoffelkäfer achten. Käfer und Larven absammeln.
  • Frühkartoffelernte für den Frischverbrauch ab Ende Juli, wenn die Knollen die Größe eines Hühnereies erreicht haben,. Ist das Laub noch grün, durch Angraben der Stauden Knollen entnehmen, Rest weiterwachsen lassen.
  • Ab Mitte September - je nach Reifegruppe mittelfrüh/spät - die Kartoffeln bei trockenem Wetter ernten. Die Stauden sind oberirdisch abgestorben, die Schale der Knollen sollte sich mit dem Finger nicht mehr abschieben lassen. Knollen können für einige Stunden auf dem Boden abtrocknen, dann nach Größe sortieren mit Namen kennzeichnen und einlagern. Das Kartoffellager sollte dunkel, kühl und trocken sein. Es gibt spezielle Kartoffel-Steigen.

Tipps entnommen aus: Heidi Lorey (2002): „Tartuffli. Alte Kartoffelsorten neu entdeckt“. Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup


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