Die meisten Hautflüglerarten, die in Höhlungen nisten, bohren nicht selbst. Vielmehr beziehen sie bereits vorhandene Bohrgänge, in denen sie ihre Brutzellen bauen. Diese Bohrgänge werden von bestimmten Käfern durch Käferfraßgänge erzeugt.
Die ökologische und (land-) wirtschaftliche Bedeutung dieser Insektengruppe ist beachtlich, da sie die Bestände anderer "Schadinsekten" regulieren. Zusätzlich spielen sie als Bestäuber eine wichtige Rolle in unserem Naturhaushalt.
Da in unserer auf- bzw. ausgeräumten Landschaft natürliche Nistplätze fehlen, sollte es für jeden Naturfreund ein Anliegen sein Insektennisthilfen aufzuhängen. Für das Anbringen dieser Hilfen gibt es kaum eine Regel, doch sollte auf eine sonnige, wind- und regengeschützte Lage geachtet werden.
Aufstellplatz:
Gartenlauben, Pergolen, Mauern, Gärten und sogar Balkone, bis in den dritten oder vierten Stock. Nisthilfen müssen auch im Winter draußen bleiben, da die Insekten in den Löchern sonst vorzeitig aus dem Nest schlüpfen und zugrunde gehen.
Bewohner:
Hautflügler wie: Wildbienen, Grab-, Fall- und Wegwespen (keine staatenbildenden Wespenarten, wie z.B. Deutsche Wespe oder Gewöhnliche Wespe).
Wichtig! Alle Arten sind sehr friedliebend und völlig ungefährlich gegenüber Menschen und Haustieren!
Bei Hornissen sollte beachtet werden:
· Keine größeren Erschütterungen in der direkten Umgebung,
· kein längeres Verstellen der direkten Flugbahn,
· keine Manipulationen am Flugloch oder am Nest überhaupt
· kein Anatmen der Tiere,
· hektische Bewegungen vermeiden.
Es ist eine Mär, daß ein Hornissenstich gefährlicher ist als der von Biene oder Wespe. Hornissen sehen 'gefährlicher' aus, brummen tiefer und der Stich ist aufgrund der Länge des Stachels u.U. schmerzhafter, weshalb es oft zu überzogenen Ängsten kommt. Ansonsten sind sie nicht an uns Menschen interessiert, auch nicht an unseren Getränken oder Süssigkeiten.
Belegungserfolg:
Welcher Typ von Nisthilfen am besten beflogen oder besiedelt wird, ist je nach Landschaft und deren Bewuchs völlig unterschiedlich. Da es in unseren Breiten fast 600 Wildbienenarten gibt, haben diese unterschiedliche mikroklimatische Ansprüche an ihre Lebensstätte. Es kommt zu verschiedenen Belegungsdichten, bei den diversen lnsektennisthilfen sei es bei Holz, Lehm, Schilf oder Holzbeton.
Pauschale Belegungsquoten können daher nicht gegeben werden. Am besten ist es die unterschiedlichen Insektennisthilfen aufzuhängen und somit auszuprobieren werden. Eine hohe Belegungsquote ist besonders bei den Lehm, bzw. Schilftypen jedoch sehr wahrscheinlich.
Hummelnistkasten für die oberirdische Aufstellung, der von verschiedenen Hummelarten angenommen wird.
