Aus der Wildform der in Europa, Kleinasien und dem Kaukasus beheimateten Sauerkirsche entstanden unsere derzeitigen Sauerkirschsorten. An Klima und Standort sind Sauerkirschen anspruchsloser und weniger empfindlich als Süßkirschen, nur stauende Nässe und mangelnde Bodendurchlüftung werden nicht vertragen. Auch in regenreicheren Gebieten neigen die Früchte nicht zum Platzen. Nach den Früchten wird unterschieden in Morellen- oder Weichselkirschen mit färbendem und Amarellen oder Glaskirschen mit nichtfärbendem Saft. Es gibt selbstfruchtbare und selbstunfruchtbare Sorten. Sauerkirschen fruchten am einjährigen Holz und müssen jährlich geschnitten werden. Die Reifezeit von Kirschen wird durch den Standort und die Witterung beeinflusst. Die Reihenfolge der Sorten aber bleibt gleich. Daher wird die Reifezeit in Kirschwochen angegeben:
| 1. Kirschwoche (14 Tage) 24. Mai bis 6. Juni 2. Kirschwoche (11 Tage) 8. Juni bis 18. Juni 3. Kirschwoche (11 Tage) 20. Juni bis 30. Juni 4. Kirschwoche (11 Tage) 2. Juli bis 12. Juli 5. Kirschwoche (11 Tage) 14. Juli bis 24. Juli 6. Kirschwoche (14 Tage) 26. Juli bis 8. August 7. Kirschwoche (11 Tage) 10. August bis 20. August |
| Spitzendürre Monilia Monilia ist ein Pilz, der vor allem Sauerkirschen befällt. Die Zweigspitzen (daher der Name Spitzendürre) und Blätter der Bäume verdorren während der Blüte, da zu diesem Zeitpunkt der Pilz, vor allem bei feuchtem Wetter, über die Blüten den Baum inziert. Befallene Früchte (Fruchtfäule) bekommen kleine Faulstellen, die sich rasch mit einem Schimmelpolster ausbreiten. Da der Pilz in den kranken Trieben überwintert, müssen alle befallenen Triebe sofort - egal zu welcher Jahreszeit - bis mind. 15 cm ins gesunde Holz zurückgestutzt und das inzierte Material über den Mülleimer (nicht auf den Kompost oder in die Grüne Tonne) sicher entsorgt werden. Alle befallenen Früchte müssen ebenfalls entsorgt werden. Vorbeugend kann Neudo®-Vital Obst-Pilzschutz von Neudorf gespritzt werden. Die erste Spritzung erfolgt kurz vor dem Austrieb. |
