Die Urform der Süßkirsche ist die Vogelkirsche (Prunus avium), wie wir sie aus dem Sortiment der heimischen Gehölze her kennen. Kirschen sind schon seit Jahrhunderten bekannt und wurden schon bei den Griechen und Römern in Sorten gezogen. Von den Römern kamen schließlich viele Sorten nach Deutschland.
Süßkirschen stellen keine hohen Ansprüche an den Standort. Wichtig sind nur gut durchlässige, lehmhaltige Böden mit guter Durchlüftung. Staunässe darf nicht vorkommen, denn das führt zum sog. 'Gummifluß?. Während der Erntezeit sollten fast keine Niederschläge fallen, weil dadurch die Früchte schon am Baum zu faulen beginnen oder aber platzen können.
Süßkirschensorten sind fast alle selbstunfruchtbar. Es müssen also andere Süßkirschenbäume für die Befruchtung in der Nähe sein. Erschwerend kommt hinzu, daß Intersterilität gegenseitige Befruchtungsunmöglichkeit) bei vielen Süßkirschen der Fall ist. Ein wenig Planung ist also bei Anpflanzungen notwendig. Die Reifezeit von Kirschen wird durch den Standort und die Witterung beeinflußt. Die Reihenfolge der Sorten aber bleibt gleich. Daher wird die Reifezeit in Kirschwochen angegeben:
| 1. Kirschwoche (14 Tage) 24. Mai bis 6. Juni 2. Kirschwoche (11 Tage) 8. Juni bis 18. Juni 3. Kirschwoche (11 Tage) 20. Juni bis 30. Juni 4. Kirschwoche (11 Tage) 2. Juli bis 12. Juli 5. Kirschwoche (11 Tage) 14. Juli bis 24. Juli 6. Kirschwoche (14 Tage) 26. Juli bis 8. August 7. Kirschwoche (11 Tage) 10. August bis 20. August |
Veredelungsunterlage GiSelA Ein Problem bei der Anpflanzung von Süßkirschen ist häufig die enorme Wuchsstärke der Bäume. Sie wird beeinflußt durch die Veredelungsunterlage. Seit einigen Jahren gibt es die Veredelungsunterlagen GiSelA (Giessener Selektion für Avium), die einen deutlich geringeren Wuchs des Baumes bewirkt. Die Unterlage ist weitestgehend universell einsetzbar, was den Standort und die Edelsorte angeht. |
