Apfelhochstämme besitzen Sämlingsunterlagen, die es ihnen ermöglichen, bei großem und standfestem Wuchs ein hohes Alter zu erreichen. Allerdings stellt sich ein nennenswerter Ertrag oft erst nach acht bis zehn Jahren ein. Büsche und teilweise auch Halbstämme besitzen vegetativ vermehrte Typunterlagen (M...). Der Ertrag setzt dann zwar früher ein, die Krone bleibt aber eher klein, so daß die Erntemengen geringer als bei stärkerwüchsigen Bäumen bleiben. Besonders nachteilig ist, daß diese Bäume oft nur ein Alter von 20 bis 30 Jahren erreichen. Büsche sollten daher nur dort gepanzt werden, wo für größere Bäume nicht genügend Platz ist.
In frostgefährdeten Lagen sollten spätblühende Sorten bevorzugt werden. Die meisten Sorten sind gleichermaßen als Tafel- wie auch als Wirtschaftsapfel (Kompott, Saft, Wein, Mus usw.) geeignet.
Befruchtungsbiologie:
Selbstfruchtbarkeit ist bei Äpfeln sehr selten (sie wurde teilweise beim Ontario festgestellt). In der Regel können sich die Bäume nicht mit ihrem eigenen Samen befruchten. Sie benötigen dazu andere, als Pollenspender geeignete Apfelsorten mit zweifachem (diploiden) Chromosomensatz. Allerdings eignet sich auch nicht jede diploide Sorte zum Befurchten anderer diploider Sorten, da bestimmte Sorten eine Intersterilität untereinander aufweisen. Eine Befruchtung kann natürlich auch nur erfolgen, wenn die Blütezeit der Partner sich überschneidet.
Um eine sinnvolle Sortenwahl zu ermöglichen, haben wir für viele der beschriebenen Obstarten in einer Tabelle geeignete Befruchtersorten aufgeführt. Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch, daß frühblühende Sorten eher spätfrostgefährdet sind, so daß in ungeschützten, frostgefährdeten Lagen eine Befruchtung erschwert wird.
