Die Artbezeichnung ist eigentlich irreführend, da die nördlichste Verbreitung der Wildart nicht in Kanada, sondern im nordöstlichen und mittleren Nordamerika liegt; wir behalten die deutsche Bezeichnung bei, um die Art vom Judasbaum (C. siliquastrum), der in Südeuropa und Westasien verbreitet ist, abzugrenzen.
Darin unterscheidet sich Cercis canadensis: er ist in Deutschland frosthart (bis -20° C). Gemeinsam ist beiden Arten, dass die zahlreichen auffälligen pinkfarbenen Blüten im April vor dem Laubaustrieb direkt dem Stamm oder Ast (Kauliflorie), meist aber dem zweijährigen Holz entspringen. Die Früchte bestehen aus flachen braunen Hülsen, die monatelang am Baum hängenbleiben können. Die herzförmigen Blätter sind wechselständig und mittelgroß. Cercis canadensis wächst in der Jugend sehr rasch straff aufrecht, wird im Alter ausladend und unregelmäßiger, oft malerisch und erreicht eine Höhe von ca. 3,5-6 (9) m. Als Strauch ist der Judasbaum mehrstämmig, als Baum mit kurzem Stamm und niedrigen Ästen. Die Rinde wird im Alter interessanter. Der Judasbaum braucht und bevorzugt feuchten, aber durchlässigen, nahrhaften Boden in sonniger bis halbschattiger Lage, paßt sich aber vielen Bodenbedingungen an, außer Staunässe. Fachgerechter Schnitt zum Aufbau eines kräftigen Astgerüstes ist vorteilhaft.
Selektion von 1947 mit attraktiven purpurroten Blättern im Frühjahr, die im heißen Sommer bronzefarben bis dunkelgrün werden. Die Blüten sind dunkellila. Im Alter werden Trockenperioden toleriert.